Ein Mann legt den Arm um eine trauernde Frau

Trauernde Menschen leiden oft an einer tiefen Erschöpfung, die sie plötzlich überfällt. Die tiefe Müdigkeit ist Ausdruck für eine grosse innere Arbeit, die in der Trauer permanent geleistet wird. 

In der ersten Zeit eines grossen Verlustes gilt es einfach emotional, geistig und auch körperlich zu überleben. Immer wieder wird die trauernde Person von der Realität des Verlustes eingeholt. Der akute Verlustschmerz, die Untröstlichkeit über den Verlust gehört zum Anfangsschmerz einer Verlusterfahrung. Ebenso ist das Gefühl nicht weiterleben zu können oft sehr stark. Der Sinn des eigenen Lebens wird durch den Verlust massiv in Frage gestellt. Verzweiflung und Angst der Situation nicht gewachsen zu sein, den Verlust schlicht nicht aushalten zu können, gehören ebenso in die Anfangsphase eines Verlustes. Längerfristig gesehen ist Trauerarbeit Beziehungsarbeit. Es gilt von einem lieben Menschen Abschied zu nehmen.  

Einem trauernden Menschen zu raten „loszulassen“ ist grausam. Man kann nur lernen eine neue andere Beziehung zu finden, die auch über den Tod hinaus nährend verbindet. Und das ist strenge Arbeit auf allen Ebenen.

Mit dem Verlust von der eigenen Gesundheit klar kommen zu müssen, ist ebenso Beziehungsarbeit. Die eigene innere Sichtweise auf sich selber, auf das eigene Leben wie auch das Zusammenleben mit den anderen Menschen im Leben verändert sich ebenso schlagartig. Auch hier verändert sich das gesamte innere und äussere Beziehungsgefüge innert kurzer Zeit. Geht man diesen Gedanken weiter nach so könnte man vereinfacht sagen, dass Trauern mit dem Schaffen und Gestalten neuer innerer und äusserer Beziehungen zu tun hat, die man nicht selber gewählt hat und in die man hineingezwungen wird. Mit diesem Imperativ im eigenen Leben leben zu lernen ist eine grosse Herausforderung und bedarft auch auf jeder Ebene Unterstützung.

 

Mit Cranioscal Therapie Trauer meistern

Fachleute sprechen von der Trauer als eine neurobiologisch angelegte Reaktion, eine Anpassung an die veränderte Lebenssituation und deshalb ist die Trauer nichts Krankhaftes in sich. Trauern ist eine normale jedoch schmerzhafte Reaktion auf einen Verlust. Die Craniosacrale Körpertherapie in der Trauerbegleitung setzt an diesem Punkt an.

Die neurobiologischen Aspekte eines durch die Trauer überarbeiteten Nervensystems können in der Trauerarbeit nebst anderen professionellen Hilfestellungen sehr gut mit Craniosacral Therapie aufgearbeitet werden. Trauernde Menschen verlieren durch die tiefe Schmerzerfahrung häufig den eigenen Körperbezug und spüren sich kaum mehr. Oft verlieren Trauernde ein gesundes Hunger- wie auch Durstgefühl. Sie schlafen sehr schlecht und finden innerlich kaum zur Ruhe. Es fällt ihnen schwer sich zu konzentrieren und ihren täglichen Pflichten nachzugehen. Alles ist mit schwerer innerer Arbeit verbunden und ist zu tiefst erschöpfend. Die achtsame Berührung in der Craniosacral Therapie bringt Ruhe und spendet auch Trost über das Erfahren und Wiedererleben eines beruhigteren Körpergefühls. Dies ist sehr wichtig, um immer wieder die Herausforderung, die die Trauer mit sich bringt, zu meistern.

Die craniosacrale Arbeit orientiert sich an der Gegenwart und an dem, was die Klientin/der Klient mitbringt und ebenso wie die Person aber auch der Körper mit der Verlusterfahrung umgehen kann. Der Gegenwartsbezug im Therapiekonzept und das Akzeptieren der momentanen Situation, ohne diese schönreden zu wollen, hilft Schritt um Schritt in ein neues und tragbareres Gleichgewicht zu kommen. Respekt und Wertschätzung der möglichen schon gefunden Strategien die Trauer auszuhalten um weiterzuleben, sind die Grundlage der Zusammenarbeit.

Mit dem Verlustschmerz körperlich und geistig umgehen können

In der Trauerbegleitung mit Craniosacral Therapie werden die Trauergefühle sowohl mit Worten als auch mit der Körperarbeit gehalten und ausgehalten, im empathischen Benennen und Aussprechen und auch im Begrenzen wird diesen Trauergefühlen eine Form wie auch eine Gestalt gegeben. Dies bewirkt, dass etwas fast Unaussprechliches mit der Zeit besprochen werden kann,  wo der Schmerz am stärksten im Körper wahrgenommen wird. Der Schmerz erhält somit auch einen physischen benenn- und erkennbaren Ort, wo er sich zeigt und ist nicht nur mehr ein diffuses überwältigendes Körpergefühl. Im weitesten Sinne darf man von einer Strukturierung des Schmerzes sprechen. Dies wiederum hilft konkret mit dem Verlustschmerz sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger und seelischer Ebene umgehen zu lernen.

Sich in einem Dialog seinem Schmerz zuzuwenden ist hilfreich und bringt für die trauernde Person auch wieder mehr Kontrolle ins Leben. Auch den Ort im Körper zu kennen und den Schmerz benennen, beschreiben und auch begrüssen zu können während die Craniosacral Therapeutin mit achtsamen Händen diesen Ort von ihrem Horchposten aus mit wenn nötig sanften Impulsen begleitet, wird als sehr entspannend bis hin als heilsam erleichternd erlebt.Das Gefühl „Ganz“ zu sein, sich als körperliche Einheit wahrnehmen zu können ist ein wichtiger Teil von Gesundheit. Dieses Ganzheitsgefühl kommt trauernden Menschen oft langfristig abhanden.

Trauerprozesse dauern Monate ja auch Jahre und man kann nicht von einer fixen definierten Trauerzeit sprechen, die normal ist. Bei einer Verlusterfahrung zu trauern ist normal, geschweige denn, wenn der Verlust sehr tiefgreifend ist. Ebenso ist es normal mit den Gefühlen hin- und her zu mäandrieren von „es geht mir wieder besser“ bis hin zu „jetzt holt mich wieder alles ein“. Der Trauerprozess ist von Höhen und Tiefen begleitet, die manchmal innert Stunden wechseln. Gründe für diese Schwankungen zu suchen ist oft müssig, denn sie gehören einfach dazu. Zudem trauert jeder Mensch auf seine eigene Weise. Fremdheitsgefühle der Welt gegenüber, das Gefühl nicht mehr dazu zu gehören, zwischen Stuhl und Bank zu fallen, sind oft von Trauernden beschriebene Gefühle. Manchmal noch Jahre nach einem Verlust, können diese Gefühle immer wieder im Leben auftauchen.

Können Trauernde im Trauerprozess immer wieder in ein Ganzheitsgefühl, wenn auch nur für kurze Zeit eintauchen, so ist dieses erlebte Ganzheitsgefühl eine grosse Kraftquelle durch heftige Trauerphasen zu kommen. Mit der craniosacralen Arbeit kann an diesem Ganzheitsgefühl gearbeitet werden.

Auch wenn es vorerst nur kurz und vielleicht für einige Stunden oder Minuten hinhält, so ist dies eine wiederholbare, wiederkehrende und steuerbare positive Körpererfahrung, die erdet und für Momente einfach nur entlastet. Das Ganzheitsgefühl im Körper wird durch die craniosacrale Arbeit als solches gefördert und ausgebaut, wie auch im konkreten Begleiten mit geführter Körperwahrnehmung aktiv verbunden. Ziel ist es in der Trauerbegleitung, dass Menschen in ihrer Trauer in allen Aspekten Raum, Wertschätzung und Sicherheit gewährt wird, im neuen, in dieser Form nicht gewollten Leben anzukommen. Dass ein neuer, noch nicht bekannter Lebenssinn sich mit der Zeit im eigenen Rhythmus einfinden darf. Und dass mit sowohl achtsamer Gesprächsbegleitung als auch tragender und schützender Körperarbeit trauernde Menschen wieder lernen können sich in einem Ganzheitsgefühl in ihrem Körper und in ihrem Leben einzufinden.

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