Wie wir Meister des Wartens sind und Zeit falsch einschätzen.

Wir haben alle die Gabe, Zeit falsch einzuschätzen! Dazu lade ich Sie gerne zu folgendem Gedankenspiel ein: Wo standen Sie heute vor exakt 10 Jahren? Was hatten Sie für ein Handy (das iPhone stand kurz vor der Lancierung)? Wo arbeiteten Sie? Mit wem umgaben Sie sich? Wo waren Sie im Urlaub? Bitte reflektieren Sie kurz, was seither gegangen ist. Und jetzt folgende Frage: wo werden Sie in 10 Jahren stehen?

Während wir rückblickend die Zeit als viel zu schnell einstufen, haben wir das Gefühl, dass 10 Jahre vorausblickend eine lange Zeit sein wird. Was tun wir mit unserer Zeit, was stellen wir an? Oder wo WOLLEN wir in 10 Jahren stehen? Durchschnittlich leben wir 30'000 Tage, Frauen etwas mehr, Männer etwas weniger. Wenn Sie jetzt – wie ich z. B. 42 Jahre alt sind – so bleiben Ihnen keine 14'000 Tage mehr. Wenn Sie 30 sind noch 19'000, wenn Sie 50 sind noch knapp 12'000, ab 65 noch etwas über 6'000. Statistisch! Vielleicht bleiben Ihnen aber keine 14 Tage mehr – wer weiss das schon? Fakt ist: heute ist der erste Tag vom Rest unserer Zeit! Die Frage ist nur: was tun wir damit? Was ist uns wichtig? Haben Sie sich einmal darüber Gedanken gemacht, wie wir unsere Zeit nutzen? Oder besser: wie Sie die Zeit nutzen?

Hier ein paar bedenkliche Zahlen:

  • Etwa 24 Jahre und 4 Monate schlafen wir
  • 12 Jahre sitzen wir vor dem Fernseher
  • Ebenfalls 12 Jahre unterhalten wir uns, davon geht es in zwei Jahren und 10 Monaten um Klatsch, Tratsch und Witze
  • 8 Jahre arbeiten wir
  • 5 Jahre widmen wir uns dem Essen, 2 Jahre und 2 Monate werden Mahlzeiten gekocht und Brote geschmiert
  • 2 Jahre und 6 Monate verbringen wir im Auto
  • 1 Jahr und 10 Monate gehen für Schul- und Weiterbildung drauf
  • 1 Jahr und 7 Monate treiben wir Sport
  • Ganze 16 Monate wird geputzt
  • 12 Monate gehen wir ins Kino, Theater oder Konzerte
  • 9 Monate wird gewaschen und gebügelt
  • 9 Monate spielen wir mit den eigenen Kindern
  • 6 Monate sitzen wir auf der Toilette
  • 4 Monate spielen wir am Computer
  • 3 Monate verbringen wir auf Vereinssitzungen und ebensoviel Zeit in Kneipen oder beim Arzt​

(Quelle: Stern, 2014)

Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie diese Zahlen sehen. Doch eines wurde mir dabei klar: Zeit ist das wohl wertvollste Gut überhaupt, das wir haben. Zeit ist begrenzt und wir wissen nicht, wie stark. Also fangen wir doch einfach an. Egal mit was! Hauptsache anfangen, tun, umsetzen. Hand aufs Herz: wir alle haben doch noch ein Projekt in der Schublade liegen, das nur darauf wartet, endlich umgesetzt zu werden. Welches ist es bei Ihnen? Heute ist der beste Tag dazu, es endlich anzugehen. Ein Sprichwort aus Uganda sagt: "Der beste Moment einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist JETZT." Das Leben ist kein Wartesaal, keine Hauptprobe, keine Strafbank und es gibt wohl auch kein Reserveleben. Gerne halte ich mich dabei an die Worte von Wolf Biermann: «Es gibt ein Leben vor dem Tod». Für all Ihre Herzensprojekte – welche es auch immer sein mögen – wünsche Ich Ihnen viel Erfolg! Packen Sie noch heute eines davon an.

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