Sport und Übergewicht, wie passt das zusammen?

Zu sehen sind die Füsse eines Läufers auf Asphalt

Nie waren Schweizerinnen und Schweizer sportlicher als heute – und nie gab es mehr Übergewicht! Wie passt das zusammen?

Aktuell in der Coopzeitung zu lesen: „Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Sport in Magglingen aus dem Jahr 2014 ist ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung regelmässig in einem Fitness-studio aktiv. Und auch allgemein werden die Menschen in unserem Land immer sportlicher. So gaben 44 Prozent der Befragten im Alter zwischen 15 und 74 Jahren an, dass sie sich mehrmals pro Woche körperlich ertüchtigen und dabei auf einen Umfang von mindestens drei Stunden kommen“.

Trotzdem sind laut BAG 41% Schweizerinnen und Schweizer übergewichtig oder adipös.

Was läuft falsch? Wird Bewegung überbewertet? Die Antwort lautet: „Jein“. Der Einfluss von Sport und Bewegung ist vielfältig (dazu in einem anderen Beitrag). Ganz klar wird aber die Höhe des Kalorienverbrauchs im Sport überschätzt. Je nach Körpergewicht und Intensität verbraucht man zum Beispiel bei einen 60-minütigen Dauerlauf 400kcal. Bei der heutigen hochkalorischen Nahrung hat man diese im Nu kompensiert. Dazu gesellt sich oft der Gedanke: „Heute war ich eine Stunde joggen. Da kann ich mir schon ein Dessert gönnen“. Es ist also dieses „Problemdreieck“ Bewegung-Ernährung-Verhalten, welches als Gesamtes betrachtet werden muss. Ich habe in den letzten Jahren folgendes beobachtet:

 

  1. In unseren vollgepackten Alltag längere Sporteinheiten einzuplanen ist das eine, sie dann auch durchzuziehen das andere. Lieber kürzere und intensivere, dafür diese Einheiten auch 100% durchziehen.
  2. Es wird zu viel Wert auf Ausdauer gelegt und zu wenig auf Kraft. Dies ist mehrfach problematisch. So fehlen oft die Grundvoraussetzungen fürs Joggen und Verletzungen oder Überbelastungen sind vorprogrammiert. Andererseits verbrennen Muskeln, auch wenn sie nicht aktiv sind, Energie. Ein bisschen mehr davon zu haben, ist also auch hinsichtlich der langfristigen Gewichtsreduktion sinnvoll.
  3. Man ist sich vielfach nicht bewusst, wie viele Kalorien in welchen Getränken und Nahrungsmitteln stecken. Und selbst wenn man sich dies bewusst ist, ist es schwierig, sich in der zur Verfügung stehenden Zeit und in seinem Freundeskreis gesund zu ernähren. Auf das vom Gastgeber extra gemachte Dessert zu verzichten, erscheint dann doch ein bisschen unhöflich.

 

Nicht vergessen darf man auch nicht, dass es vor allem die Aktiven sind, die noch aktiver werden oder dies bleiben. Die Inaktiven zur Bewegung zu motivieren und ihnen die Vorzüge von Sport und Bewegung aufzuzeigen, bleibt dann auch eine der Aufgaben von uns Personal Trainern und Therapeuten.

 

Als Fazit kann festgehalten werden: Bewegung und Sport bleibt ein zentraler Baustein um gesund und fit zu bleiben. Aber nicht alleiniger! 

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