Shiatsu - Ganzheitlicher Ansatz für Gesundheit und Wohlgefühl

Durch gezielte Griffe behandelt der Shiatsu-Therapeut eine Patientin, welche auf der Seite liegt und ihren Körper verdreht

Shiatsu ist eine ganzheitliche und sanfte Behandlungsmethode. Sie wird bei den unterschiedlichsten Symptomen angewendet, um Gesundheit und Wohlbefinden wiederherzustellen. Durch die Berührung von Körper, Geist und Seele finden wir in unsere eigene Mitte zurück.

Shiatsu wurde als eine hoch entwickelte japanische Körpertherapie ins Leben gerufen und basiert auf der Lehre des inneren Gleichgewichts. Die körpereigene Energie, das Qi, zu stärken und dadurch die selbstregulativen Kräfte zu stimulieren und die Selbstwahrnehmung zu fördern, ist Ziel des Shiatsu. Gerade in unserer heutigen Zeit ist diese Methode wertvoll, um mit den unterschiedlichsten körperlichen und seelischen Symptomen umzugehen.

 

Eine ganzheitliche Methode: Was ist Shiatsu?

Shiatsu, die am bekleideten Körper angewandte Fingerdruckmassage, wirkt durch präzise Berührungen, Dehnungen und Druckausübung. Sie gibt unserem Körper die Impulse die er benötigt, um die Energien wieder frei fliessen zu lassen. Dies aktiviert die Selbstheilungskräfte und wir finden in unser Gleichgewicht zurück.

Das heute praktizierte Shiatsu wurde in Japan und in der westlichen Welt entwickelt. Es wirkt körperorientiert und basiert auch auf den Grundlagen der traditionellen chinesischen Gesundheitslehre. Dieser liegen das Verständnis der Lebensbewegung als Yin und Yang, die Aspekte der fünf Wandlungsphasen sowie die Verläufe und Funktionen der Meridiane zugrunde.

Durch Massage und begleitende Gespräche kann der Therapeut unsere energetischen Ungleichgewichte ausgleichen und unsere Gesundheit wiederherstellen. Da bei dieser Energiearbeit Entwicklungs- und Wandlungsprozesse eingeleitet und begleitet werden, stärkt eine Shiatsu Behandlung immer auch unsere Selbstwahrnehmung und unsere schöpferischen Fähigkeiten.

 

Die Wirkungsweise: Warum hilft Shiatsu?

Um die Wirkungsweise von Shiatsu zu verstehen, ist es wichtig, sich das fernöstliche Prinzip der Ganzheit des Menschen vor Augen zu führen. Qi ist die Lebensenergie, die in jedem von uns fließt, sozusagen unser persönliches energetisches Spannungsfeld. Dieses beinhaltet sowohl physische, emotionale, seelische und vorgeburtliche Einflüsse. Wie ein Fluss eine Landschaft durchfließt und ernährt, so fließt das Qi durch den menschlichen Körper und sorgt für das körperliche und seelische Gleichgewicht. Der freie Fluss dieser Lebensenergie ermöglicht es uns, in kraftvoller Ausgeglichenheit zu leben.

Alle auftretenden Beschwerden und Krankheitssymptome, seien sie körperlich oder seelisch, sind Anzeichen einer Disharmonie dieses Energieflusses. Sie sollten immer im Zusammenhang mit der gesamten Lebenssituation betrachtet werden. Das Ziel von Shiatsu ist es, diesen Energiefluss wieder anzuregen.

Erfahrene Shiatsu Therapeuten finden im Körper des Klienten Zugang zu den Themen, die diesen bewegen. Eine Shiatsu Behandlung begleitet uns auf körperlicher, mentaler und seelischer Ebene und kann eine langfristige Besserung der Symptome bewirken. Durch die gezielte Massage des gesamten Körpers spürt der Therapeut Ungleichgewichte in der energetischen Ordnung auf, löst Blockaden und leitet die Energien durch das Meridiansystem zu den Stellen, an denen ein Ausgleich nötig ist. Durch die Impulse der Massage werden die Energien wieder gleichmäßig zum fliessen gebracht und der Körper kann sich selbst regulieren. Dies wirkt nicht nur aktuellen Symptomen entgegen und stärkt das Immunsystem. Es kann sogar präventiv verhindern, dass Symptome überhaupt entstehen.

 

Die Shiatsu Behandlung: Bei welchen Beschwerden hilft sie?

Die Shiatsu Therapie hat sich der heutigen Gesellschaft angepasst und kann die meisten körperlichen und seelischen Symptome erfolgreich behandeln oder begleiten. Ganz im Sinne der alten Traditionen wird die gesamte Lebensweise mit einbezogen. Denn Ernährung und Lebensstil beeinflussen die Qualität des Qi maßgeblich.

Bei den unterschiedlichsten Beschwerden kann eine regelmäßige Shiatsu Therapie unseren Heilungsprozess aktivieren und unterstützen. So stärkt Shiatsu das Immunsystem und wirkt bei akuten oder chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Verspannungen, Stress, Trauma oder diffusem Unwohlsein. Auch bei der Unterstützung innerer und äußerer Prozesse und Veränderungen, etwa bei Wechseljahresbeschwerden. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt unterstützt Shiatsu den aktiven und regenerativen Aufbau der Qi-Funktionen.

Bei Gelenk- oder Rückenschmerzen, sowie Rheuma oder bei einem Hexenschuss kann Shiatsu ebenso Linderung verschaffen wie bei Migräne, Kopf- oder Nackenschmerzen, bei Erschöpfung, Müdigkeit, Magenproblemen oder Angstattacken. Da es über die funktionellen Kreisläufe der Meridiane wirkt, kann es auch bei organisch nicht umkehrbaren Schädigungen spürbar entspannen. Durch den ganzheitlichen Ansatz und die Impulse für die körpereigenen Selbstheilungskräfte ist die Shiatsu Therapie grundsätzlich bei fast allen körperlichen oder seelischen Beschwerden erfolgreich.

Präventiv und Behandlungsunterstützend: Die Vorteile des Shiatsu

Eine große Stärke der Methode ist ihr ganzheitlicher Ansatz. Ob Präventiv oder zur Behandlungsunterstützung bei bereits bestehenden Symptomen, Shiatsu bietet durch seinen ganzheitlichen Ansatz eine Verbesserung der Symptome und des gesamten Befindens. Eine Shiatsu Therapie kann unser Verständnis und unsere Beziehung zum eigenen Körper positiv beeinflussen und sich dadurch auch lange über die Therapie hinaus positiv auswirken.

 

Die Shiatsu Therapie: Wie läuft die Behandlung ab?

Eine Shiatsu-Behandlung ist eine tief entspannende und gleichzeitig sehr belebende Erfahrung. Zunächst erfasst der Therapeut, durch Schauen, Befragen, Zuhören und Berühren, die Situation. Dann wird der Ablauf der Behandlung bestimmt. Die Behandlungslänge ist unterschiedlich und ganz an die Bedürfnisse des Klienten angepasst. So kann eine Sitzung zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden dauern.

Die Berührung ist das Herz des Shiatsu, denn sie unterstützt den Fluss unserer Lebensenergie durch den Körper. Der Fokus der Behandlung liegt daher im Erspüren der Energien und dem Arbeiten mit dem, was sich dabei zeigt. Dabei liegt der Klient in bequemer Kleidung auf einer weichen Matte am Boden. Durch die sanfte Berührung an Bauch oder Rücken ertastet der Therapeut die Entsprechungszonen der Meridiane. Die Shiatsu Massage selbst ist achtsam und klar und wird in Rückenlage, auf der Seite, in Bauchlage und eventuell sogar in der Sitzposition angewendet. Je nach Reaktion ist sie langsamer oder dynamischer.

Während einer Aktivphase sind mehrere Behandlungen pro Woche sinnvoll. Aber auch wenn die Symptome im Alltag nicht mehr spürbar sind, sollte die Shiatsu Therapie zur Vorbeugung und Unterstützung noch eine Weile weitergeführt werden.

Die Therapiedauer für akute Beschwerden ist in der Regel kürzer als bei chronischen Beschwerden. Hier kann es Sinn machen, über mehrere Jahre zu behandeln, um dem Körper regelmäßige Impulse zu geben. Dazu können wir uns vor Augen führen, dass bei chronischen Beschwerden ein Mangel an Qi im Körper herrscht. Bei akuten Beschwerden hingegen ist genügend Qi vorhanden, es ist jedoch gestaut. Da der Aufbau von Qi länger dauert als das Lösen von Blockaden, sollten chronische Beschwerden längerfristig behandelt werden. In der Regel kann der gesunde Qi-Flusses bei jüngeren Menschen schneller wiederhergestellt werden.

 

Die Shiatsu Therapie: Gibt es Nebenwirkungen?

Nein, da Shiatsu sehr sanft mit dem Körper umgeht, sind bei fachkundiger Ausübung keine körperlichen Nebenwirkungen zu erwarten. Durch den freien Fluss der Energien kann es jedoch gerade zu Beginn einer Behandlung zu emotionalen Reaktionen kommen. Dies ist völlig normal, zeigt es doch, dass die Energien nun fliessen. Wer nach einer Behandlung starke emotionale Ausbrüche erlebt, kann seinen Shiatsu Therapeuten um Unterstützung bitten.

Vor jeder Behandlung wird sich der Therapeut über Vorerkrankungen und akute Beschwerden informieren. Denn da er unter anderem mit seinem eigenen Körpergewicht arbeitet und damit Druck ausübt, wird er etwa bei einem Bandscheibenvorfall, bei Osteoporose oder bei Verletzungen, Schäden und Entzündungen der Muskeln und Gelenke von einer Shiatsu Massage abraten. Auch nach einer frischen Operation, bei noch nicht vollständig ausgeheilten Knochenbrüchen, bei Neigung zu Herzinfarkt, während einer Krebserkrankung oder bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sollte auf eine Behandlung lieber verzichtet werden. Krampfadern werden vom Therapeuten bei der Behandlung umgangen und in der Schwangerschaft sollte in den ersten drei Monaten keine Behandlung erfolgen, danach kann aber problemlos in der Seitenlage behandelt werden.

Sofern eine Behandlung außerhalb der gerade genannten Situationen angewendet wird, ist Shiatsu eine nebenwirkungsfreie Methode, um schul- und alternativmedizinische Behandlungen effektiv und nachhaltig zu unterstützen.

 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Shiatsu Behandlung?

In der Regel stellt die Kostenübernahme für eine Shiatsu Therapie kein Problem dar, denn diplomierte Shiatsu Therapeuten sind von den meisten Krankenkassen anerkannt. Mit einer Zusatzversicherung für Komplementärmedizin wird meist einen Grossteil der Behandlungskosten übernommen, auch ohne ärztliche Verordnung. Um den genauen Umfang der Leistungen und der Kostenübernahme zu erfahren, ist es jedoch immer ratsam, direkt bei der Versicherung nachzufragen.

 

Bewährte Heilmethode: Die Geschichte des Shiatsu

Shiatsu hat seine Wurzeln in der traditionellen fernöstlichen Philosophie und Gesundheitslehre. Die Methode integriert frühe Formen von Körperbehandlungen ebenso wie Elemente der westlichen Gesundheitsförderung. Die wörtliche Übersetzung des japanischen Begriffs „Shiatsu“ ist „Finger-Druck”. Dies bedeutet, dass mit dem Tastsinn dem Energiefluss im Körper gefolgt wird.

In Japan ist Shiatsu als eigenständiger Gesundheitsberuf offiziell anerkannt. Seinen Namen erhielt Shiatsu im Jahr 1919 von Tenpeki Tamai, der damit die therapeutische Anwendung traditioneller Manualtechniken bezeichnete. Tokujiro Namikoshi entwickelte daraufhin einen eigenen Stil, der die westlich-medizinischen Grundlagen mit den traditionellen fernöstlichen Erkenntnissen von Energie verbindet. Dieser Ansatz verbreitete sich hauptsächlich in Japan und wurde 1964 als eigenständige Therapieform staatlich anerkannt.

Das im Westen am weitesten verbreitete Shiatsu wurde von Shizuto Masunaga ins Leben gerufen. Er orientierte sich ebenfalls an traditionellen Manualtechniken und Gesundheitslehren, räumte den psychologischen Aspekte Raum ein und erweiterte er die Meridianlehre. Seit Ende der Siebzigerjahre hat sich Shiatsu in Europa und weltweit verbreitet und als Methode weiterentwickelt.

In der Schweiz hat sich Shiatsu vor allem in den letzten 45 Jahren etabliert und es gibt zwei Verbände. Die Shiatsu Gesellschaft Schweiz (SGS) ist ein 1990 gegründeter Berufsverband und ist die Trägerschaft der Methodenidentifikation Shiatsu. Der zweite Verband ist l‘Associazione Svizzera Shiatsu metodo Namikoshi (ASSN). Als Teil des Namikoshi-Shiatsu Europa vertritt er die Interessen des Namikoshi-Shiatsu Japan und achtet auf die Ausbildungsstandards und Qualitätssicherung bei der Verbreitung von Namikoshi-Shiatsu.

 

Gesund und Selbstbestimmt: Der Weg des Shiatsu

Sein ganzheitliche Therapieverständnis macht Shiatsu gerade in unserem schnelllebigen Alltag zu einer Therapiemethode erster Wahl. Nicht nur lindert die Behandlung bestehende Symptome, sie versetzt uns außerdem in die Lage, mehr eigene Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen. Denn durch die gesteigerte Selbstwahrnehmung und das vertiefte Körpergefühl lernen wir unseren Selbstheilungskräften zu vertrauen. Erfahrene Shiatsu Therapeutenunterstützen uns auf diesem Weg.

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