Späte Schwangerschaft: Sinnvoller als oft Behauptet

Eine gereifte Frau, die Ihr Kind küsst

Unfruchtbarkeit ist keine Seltenheit. Rund jedes sechste Paar in Mitteleuropa hat Schwierigkeiten auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen. Gleichzeitig zeichnet sich laut Bundesamt für Statistik die Kurve des Durschnittalters der Mütter bei Geburt nach oben. Trotz dieses Trends müssen Spätmütter einen Haufen Kritik einstecken. Doch neue Studien geben kinderlosen Paaren Hoffnung und dämpfen die Stigmatisierung der Spätmütter.

Landläufige Meinung: die Fruchtbarkeit der Frau fällt ab 35 massiv 

Die biologische Uhr der Frau tickt und das schon seit Jahrzehnten. Das medizinische Dogma, welches besagt, dass die Fruchtbarkeit mit 35 drastisch sinkt, ist fest in den Köpfen unserer Gesellschaft verankert. Die Spuren davon führen sicherlich auch zu Zeitschriften und anderen Medien, die seit jeher, meist auch von Statistiken begründet, die gleichen Worte predigen. Worte, die besagen, dass mit der Geburt eines Mädchens ihr Fundus an Keimzellen begrenzt ist und die Eizellen mit dem Alter schwinden.

Dahingegen werden die Keimzellen der Männer ihr Leben lang weiterproduziert. Solche Statistiken und Studien lösen bei Frauen und Paaren zugleich Torschlusspanik, breite Enttäuschung und emotionale Belastung aus.

Frauen sind länger fruchtbar, als bisher gedacht

Verschiedene Studien und Statistiken aus dem 20. Jahrhundert zeigen neue Tatsachen auf. Eine Studie basierend auf Daten von 770 zeitgenössischen Europäerinnen besagt nämlich, dass sich die Fruchtbarkeit von den knapp 30-Jährigen und den Mitte 30-Jährigen kaum unterscheidet, wenn Sie im Jahr zweimal wöchentlich Geschlechtsverkehr hätten.

Auch weitere zeitgenössische Studien zeigen auf, dass die Fertilität von Frauen in diesem Zeitraum nicht stark abnimmt. Dennoch werden immer wieder historische Daten für neue Studien verwendet, die eine starke Abnahme der Fruchtbarkeit mit dem Alter prophezeien. Verwendet werden die älteren Datenerhebungen vor allem aus einem Grund: der Pille. Sie verfälscht zeitgenössische Daten und wird daher wenn möglich umgangen. Bei solchen historischen Datenerhebungen wird auch häufig nicht miteinbezogen, dass vor allem Frauen mit erfolglosem Kinderwunsch in den Sprechzimmern der Mediziner landen und dass bei einer jungen Frau die Stimulation der Eier tatsächlich einfacher ist, wobei auch die künstliche Befruchtung bessere Erfolgschancen hat.

Fakten zeigen also, dass die Fruchtbarkeit mit dem Alter zwar abnimmt, dennoch viele Frauen nach dem 35. Lebensjahr Kinder auf natürlichem Weg auf die Welt bringen.

Spätelternschaft hat Vorteile und Risiken

Die Debatte um Stammzellen und Fertilität der Frau zieht sich in der Wissenschaft auf jeden Fall weiter. Auch wenn Ergebnisse vorliegen, die zeigen, dass das Alter keinen grossen Einfluss auf die weibliche Fertilität hat, warnen Mediziner bei späten Schwangerschaften oftmals vor Fehlbildungen und psychischen Erkrankungen der Kinder. Diese Gefahr steige kontinuierlich mit dem Alter der Frau sowie des Mannes. Und dennoch, die gesellschaftliche Tendenz zeigt, dass Paare immer später ihrem Kinderwunsch nachgehen. Psychologen sehen das nicht ganz so kritisch, im Gegenteil - sogar positiv. Späte Mütter würden häufiger in einer gefestigten Partnerschaft stehen, seien unabhängiger und eher im Leben angekommen. Sie würden sich vermehrt auf ihre Gesundheit achten, gesund ernähren und viel Sport treiben.

Dies seien alles Faktoren die sehr positiv auf die Schwangerschaft sowie auf die Entwicklung des Kindes nach der Geburt einwirken. Zudem wird aufgezeigt, dass nicht das Alter, sondern die Bildung der Eltern eine grosse  Rolle für die Gesundheit des Kindes spielt: Je gebildeter die Eltern, desto gesünder die Kinder.

Was Sie für eine Erfolgreiche Schwangerschaft machen können

Viele Paare kennen es: Sie versuchen jahrelang Kinder zu bekommen, bleiben jedoch erfolglos. Sobald die grosse Hoffnung dann zuletzt doch stirbt, kommt die erfreuliche Überraschung: schwanger! Obwohl in der Wissenschaft noch keinen Konsens darüber herrscht, wie die Psyche die Fruchtbarkeit beeinflusst, gibt es einen Punkt, bei dem sich die Experten einig sind: Entspannung ist allgemein sehr gesundheitsfördernd und stärkt das Wohlbefinden.

Gehen Sie als Paar eine Schwangerschaft also so entspannt wie möglich an. Klar, das ist einfacher gesagt als getan, vor allem wenn schon seit Jahren Nachwuchs gewünscht ist. Jedoch können hierbei verschiedene Methoden helfen, um zur inneren Ruhe zu kommen und abzuschalten.

Machen Sie aktiv etwas für Ihre Entspannung

Kurzfristig hilft ein warmes Bad oder ein gutes Buch. Aber auch langfristige Methoden haben vielen Paaren geholfen. Bestimmte Yogatechniken, Shiatsu und Massagen werden von erfahrenen Fachpersonen angeboten, um die Fertilität der Frau und des Mannes zu steigern.

Auch hat die Traditionelle Chinesische Medizin schon vielen kinderlosen Paaren zu ihrem Glück verholfen. Studien zeigen die positiven Effekte der Medizin aus dem Osten, deren Methoden mittlerweile auch im Abendland fest etabliert sind.

Akupunktur hilft, Stress, Ängste und Depressionen zu mindern. Auch zeigt sich einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt, den Eisprung und die Gebärmutter, sodass die Chancen auf eine Schwangerschaft stark erhöht werden.Andere Ergebnisse bestätigen zudem verbesserte Erfolgsaussichten von IVF-Behandlungen, wenn sie mit Akupunktur begleitet werden. Insgesamt wird von vielen Studien belegt, dass Akupunktur die Bedingungen für eine Schwangerschaft optimieren. Die vielen unerfüllten Kinderwünsche halten die Wissenschaft auf Trab.

Auch wenn sich die Stammzellenforschung noch nicht einig ist, schaffen die neuen Erkenntnisse Hoffnung. Dennoch wird die Babypanik weiter geschürt. Fakt ist jedoch, dass diese Panikmache viel mehr unsere Gesellschaft spiegelt als die Funktion unserer Geschlechtsorgane. Der Trend sowie die Wissenschaft finden sich auf jeden Fall auf den gleichen Spuren, wenn auch noch nicht auf allen Verzweigungen.

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