Stillst du deinen Hunger oder dämpfst du deinen Appetit?

Eine Frau riecht genussvoll in einer Bäckerei an einem Laib Brot

Hier ein Cupcake, dort ein Schokoriegel und da liegen im Büro auch noch Paprikachips auf einem Tischchen serviert – die Versuchung ist gross. Isst du die täglichen Snacks und Kleinigkeiten, weil du Hunger hast oder lässt du dich vielleicht von all den äusserlichen Reizen leiten, die den unbändigen Appetit auslösen?

Hunger und Appetit haben nicht den gleichen Ursprung, sind also nicht das Gleiche und sollten nicht verwechselt werden. Wir erklären euch, wie ihr den Unterschied erkennen könnt und so lernt, eurem Appetit ein wenig nachzugeben.

Hunger vs. Appetit

Mit Hunger ist ein unspezifisches Verlangen nach Nahrungsaufnahme gemeint. Er ist ein angeborener Reflex, der uns vor Mangelerscheinungen sowie Unterernährung schützt und uns am Leben hält. Der Hunger ist ein physiologisches Verlangen, äussert sich also körperlich - typische Signale sind Magenknurren, Unruhe, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit oder Nachlassen der Konzentration und Müdigkeit.

Appetit hingegen ist das lustgeprägte Verlangen nach ganz bestimmten Lebensmitteln, das auch auftreten kann, wenn der Hunger gestillt ist. Diese Esslust entsteht im limbischen System, eine Funktionseinheit des Gehirns, welche für die Verarbeitung von Emotionen und die Entstehung des Triebverhaltens verantwortlich ist.

Das Hungergefühl tritt also normalerweise erst Stunden nach der letzten Mahlzeit auf, während der Appetit jederzeit angeregt werden kann. Wenn du also Hunger vom Appetit unterscheiden möchtest, solltest du dich immer kurz fragen, woher das Gefühl jetzt kommt.

Auslöser der ungebändigten Esslust

Unser Appetit wird vor allem von den Sinnesreizen beeinflusst. Wir bekommen Lust auf das, was wir gerade wahrnehmen. Etwa dann, wenn wir etwas Leckeres sehen oder etwas Unwiderstehliches riechen.

Augen: Ein Blick in das Sprüngli-Schaufester und es läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen. Optische Reize sind gut darin, unser Lustzentrum zu stimulieren. Die Werbung greift besonders trickreich zu diesem Mittel und suggeriert uns auf Plakaten, im Fernsehen oder im Kino die perfekte Verlockung. Lass dich von deinen Augen nicht verführen und halte einen Moment inne bevor du zugreifst.

Nase: Unterwegs läufst du an einer Bäckerei vorbei und riechst den wunderbaren Geruch von frisch gebackenem Brot. Dein Appetit wird geweckt und es scheint fast unmöglich zu widerstehen. Gerüche üben instinktiv eine starke Wirkung auf unser Unterbewusstsein aus. Das hat damit zu tun, dass unser Geruchsinn für unsere Vorfahren zur Nahrungsbeschaffung besonders wichtig war. Diese Strategie wird beispielsweise in Warenhäusern gezielt eingesetzt, um dich zu Spontankäufen zu überzeugen.

  • Neben dem Augen- und Nasenhunger kann unser Appetit auch von unseren Emotionen geleitet werden. Durch intensive Emotionen wie Angst, Ärger, Eifersucht aber auch Freude werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, die unser Belohnungszentrum aktivieren. Ein Snack kommt da genau richtig und führt kurzfristig zu einem guten Gefühl. Beobachte diesen Mechanismus bei dir und sieh zu, dass du nicht in diese Falle tappst. Nahrung, die dem Magen zugeführt wird, ist nie ein Ersatz für Leere und mindert auch nicht den emotionalen Schmerz.

 

  • Und zuletzt nehmen wir den Nährstoffmangel unter die Lupe, der auch ein Grund für Appetit sein kann. Nach einer Krankheit oder extremen Stresssituation sind die Mikronährstoffspeicher oftmals leer. Um optimal zu funktionieren, braucht jede Zelle im Körper eine ausreichende Menge an Vitaminen und Spurenelementen. Ein Mangel äussert sich oft mit Kopfschmerzen, Lethargie und reduzierter Leistungsfähigkeit. Achte deshalb darauf, dich besonders nach körperlich belastenden Zeiten gesund und ausgewogen zu ernähren.

 

Versuche in Zukunft, dein Hungergefühl bewusst wahrzunehmen und zuzuordnen. Achte darauf, wo du den Hunger spürst und wie er sich anfühlt. Die Achtsamkeit wird dir helfen, auch in unangenehmen Momenten die Kontrolle zu behalten.

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