Stress ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig und muss nicht immer nur negativ sein. In Akutphasen kann sich starker Stress durchaus positiv auswirken, der Körper stellt Energiereserven bereit , das Immunsystem ist stärker, Hormonkaskaden werden aktiviert, so dass der Blutzucker, Wachstumshormone sowie die Stresshormone Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin im Blut ansteigen.

Ab und an ist das hilfreich. Problematisch wird es aber, wenn keine ausreichenden Entspannungsphasen eingebaut sind und der Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft ist. Dann wird aus akutem chronischer Stress. Der wirkt sich auf den Stoffwechsel der Hormone negativ aus. Chronischer Stress ist meist die Folge lang andauernder Belastungsspitzen über Tage, Wochen oder gar Jahre. In unserer modernen Gesellschaft ist der Leistungsdruck sehr hoch, wir alle haben berufliche und private Verpflichtungen und möchten oder müssen alles perfekt machen. Zusätzliche Belastungen wie Scheidung, die Pflege eines Angehörigen, chronische Krankheiten oder starke sportliche Belastungen können ebenfalls chronischen Stress verursachen. Meist leidet dann auch ein gesunder Lebensstil. Bewegungsmangel, Fehlernährung, Gewichtszunahme und Alkohol- und Medikamentenmissbrauch können ebenso Folge von Dauerstress sein.

Gesundheitlich zeigt sich chronischer Stress oft durch erhöhter Infektanfälligkeit, Bluthochdruck, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Depression, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Trägheit, sexuelle Unlust und Schlafstörungen. Auch Herzinfarkt, Schlaganfall und Tumorerkrankungen können durch Dauerstress verursacht werden.

 Der dauerhafte Überschuss vom Stresshormon Kortisol kann zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalzium führen, was sich zusammen mit einem durch Stress verursachten Mangel an Sexualhormonen negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirkt. Osteoporose kann so gesehen auch durch chronischen Stress verursacht werden.

Die langfristigen Auswirkungen von Stress haben also weitreichende Folgen und viele dadurch entstandene körperliche Schäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wird nicht rechtzeitig reagiert kann sich auch aus der Erschöpfung ein Burnout entwickeln. Ist es erstmal so weit gekommen, braucht es in den meisten Fällen fachliche Unterstützung und eine längere Auszeit, um aus diesem Zustand wieder herauszukommen.

Der erste Schritt um nicht in ein Burnout zu laufen und langfristig gesund zu bleiben liegt in der Erkennung der eigenen Stressbelastung. Jede Person hat eine persönliche Stresstoleranz und geht anders mit Belastungen um. Und die Warnsignale unseres Körpers werden gerne übersehen und wir reagieren oft sehr spät und manchmal auch zu spät.

Das individuelle Stressniveau kann in einer 5-minütigen EKG-Messung mit dem medizinischen Diagnostiksystem Nilas MV bestimmt werden. Es ist durch diese Messung auch erkennbar wie jemand mit den Alltagsbelastungen umgehen kann und ob die individuelle Toleranzschwelle erreicht ist. Durch Messung der Herzfrequenzvariabilität liefert das System einen Überblick über den derzeitigen Gesundheitsstatus auf Basis von zahlreichen medizinischen und systemischen Auswertungsparametern.

Im nächsten Schritt erfolgt die ausführliche Auswertung der Ergebnisse und die Besprechung einer allfälligen Therapie. Bei einer hohen bzw. zu hohen Stressbelastung sollte unbedingt reagiert werden und mit individuellen Massnahmen ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung hergestellt werden.  

Das kann in Form einer Klang- oder Atemtherapie, Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten oder mit manueller Lymphdrainage oder Massage erfolgen. Besonders die Behandlung mit manueller Lymphdrainage ist bei Personen mit hohen Stressbelastung eine erfolgversprechende Therapieform. Durch diese sanfte Massageform wird der Sympathikus dämpft, also den Teil des vegetativen Nervensystems, welches für Anspannung und Aktivierung zuständig ist. Der Parasympathikus wird durch die Behandlung aktiviert und sorgt für Beruhigung und Entspannung.

Selbstverständlich steht immer die Berücksichtigung der gesamten Lebenssituation im Mittelpunkt. Aus diesem Grund geht jeder Messung auch ein ausführliches Anamnesegespräch voraus.

Ich nutze das System gerne am Anfang und am Ende eines Therapieintervalls. Es lässt sich dadurch objektiv messbar machen ob die Behandlung Wirkung zeigt. Die Veränderungen können sehr gravierend sein und motivieren zusätzlich.