Was hilft bei Blasenschwäche? Tipps für Betroffene

Ob in der Schwangerschaft, während der monatlichen Regelblutung oder aufgrund einer sensiblen Blase – in manchen Situationen sind häufigere Toilettenbesuche nötig. Den meisten Menschen ist eine schwache Blase unangenehm, dabei ist es wichtig, zu sensibilisieren und über Präventionsmassnahmen und Therapiemöglichkeiten zu informieren.

Hilfe bei Blasenschwäche

Bei einer Harninkontinenz handelt es sich um ungewollten Harnverlust. Der Betroffene muss häufiger als gewohnt die Toilette aufsuchen – und manchmal ist es ungewiss, ob er die Zeit bis zum nächsten Toilettengang durchhält. In der Schweiz sind schätzungsweise rund 500.000 Frauen und Männer betroffen (pdf). Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass es sich ausschliesslich um eine altersbedingte Erscheinung handelt. Tatsächlich ist das Alter ein Aspekt, doch von einer sensiblen Blase können sowohl Frauen als auch Männer jeden Alters betroffen sein.

Ursache und Arten der Harninkontinenz

Auslöser können unter anderem eine Schwangerschaft, Harnwegsinfektionen oder die Folgen einer Krankheit sein. Auf Grund dieser Vielzahl an verschiedenen Erkrankungsarten, kann man Symptome und Gründe für eine Harninkontinenz nicht verallgemeinernd beschreiben. Es gibt sieben verschiedene Arten von Harninkontinenz, die sich alle in Ursache und Symptomen voneinander unterscheiden. Weiter Informationen finden Sie hier.

Tipps zur Prävention und Linderung von Blasenschwäche

Eine Harninkontinenz ist weder Grund, sich zu schämen, noch den Lebensstil zu ändern. Wer einige Tipps befolgt, kann einer Blasenschwäche vorbeugen oder akute Beschwerden lindern:

1. Beckenbodentraining

Eine der wirksamsten Methoden, um Blasenschwäche vorzubeugen, aber auch um sie zu lindern, ist gezieltes Beckenbodentraining. Es ist allerdings wichtig, diese Übungen regelmässig durchzuführen. Bereits nach circa drei Monaten sollte eine Verbesserung zu erkennen sein. Um die Muskeln im Beckenboden zu trainieren, werden sie circa sechs bis acht Sekunden lang stark angespannt. Wichtig ist, dass die Muskeln in Po, Bauch und den Innenseiten der Unterschenkel nicht bewegt werden. Das Ganze wird bis zu zehn Mal wiederholt – diese Übung täglich drei Mal durchgeführt. Im Netz finden Sie zudem Videoanleitungen, die das Durchführen verschiedener Übungen vereinfacht.

2. Blase trainieren

Neben der Beckenbodenmuskulatur ist es ausserdem möglich, die Blase selbst zu trainieren. Versucht man, nicht jedem Harndrang sofort nachzugeben und die Toilette aufzusuchen, kann der Blase antrainiert werden, den Harndrang besser zu kontrollieren. Wer sich ausserdem auf der Toilette aufrecht hinsetzt, stellt sicher, dass die Blase vollständig entleert wird.

3. Gesunde Lebensweise

Des Weiteren sollte man generell auf eine gesunde Lebensweise achten. Unter anderem ist es hilfreich, regelmässig Ausdauersport wie Walken oder Schwimmen zu treiben – das hält den ganzen Körper dauerhaft fit. Sportarten wie Tennis, die die Harnblase unnötig belasten, sollten hingegen vermieden werden. Regelmässige Bewegung führt ausserdem zu einer aufrechteren Körperhaltung, was ebenfalls die Beckenbodenmuskulatur unterstützt. Aber auch eine ausgewogene Ernährung, die unter anderem aus Obst, Gemüse und Ballaststoffen besteht, hilft bei Blasenbeschwerden. Ausreichend Trinken ist ebenfalls unabdingbar. Zwei Liter am Tag unterstützen die Nierenfunktion und beugen so Harninfekten vor. Greifen Sie dabei auf ungesüssten Tee und Wasser zurück, anstatt Kaffee und Alkohol zu sich zu nehmen.

4. Trinkprotokoll führen

Wurde die Art der Blasenschwäche festgestellt, ist es einfacher, der Ursache auf den Grund zu gehen und die passende Therapie zu beginnen. Helfen kann hier bereits das Führen eines Toiletten- und Trinkprotokolls, in dem der Betroffene einige Tage lang genau vermerkt, wann er die Toilette aufsuchen musste, wie stark der Harndrang war und ob es zu ungewolltem Urinverlust kam. Ausserdem werden in diesem Protokoll die Trinkmengen notiert.

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