Welches sind die wichtigsten Psychotherapieverfahren?

Immer mehr Menschen in der heutigen Zeit leiden unter psychischen Problemen. Ob durch negative Erfahrungen in der Kindheit oder ein frisches Trauma, der seelische Zustand wirkt sich nicht nur auf alle Bereiche des Lebens, sondern auch des Körpers aus. Dabei kann eine Psychotherapie wahre Wunder bewirken und den Betroffenen heilen. Welche Psychotherapieverfahren es gibt, wurde hier zusammengefasst.

 

Die wichtigsten Psychotherapieverfahren

Nach Möller, Laux und Deix wurde die folgende Aufstellung der Psychotherapieverfahren zusammengestellt. Diese ist jedoch nur ein Standpunkt unter vielen. Hier wurde dieser Standpunkt deshalb gewählt, da in unseren Breiten diese Therapiemethoden alle samt fest etabliert sind und am häufigsten verwendet werden.

 

Die klassische Psychoanalyse

Auf den Begründer der Psychoanalyse Dr. Sigmund Freud zurückzuführen ist die analytische Psychotherapie. Sie ist das wohl bekannteste Psychotherapieverfahren. Der Grundansatz dabei liegt auf den Prägungen, die ein Mensch in seinen Kindheitsjahren erfährt. Mobbing in der Schule, Gewalterfahrungen im Elternhaus oder einzelne, negative Ereignisse können demnach den Betroffenen im Erwachsenenalter auf die verschiedensten Arten quälen und seelisch krankmachen.

Bei der analytischen Psychotherapie wird kein Augenkontakt zwischen Patienten und Therapeuten gehalten. Der Patient wird dazu angehalten einfach zu erzählen, was ihm in den Sinn kommt. Ziel dabei ist es verdrängte Erinnerungen wieder ans Tageslicht zu holen. Der Therapeut nimmt dabei eine unterstützende Funktion ein. Dieses Verfahren setzt in jedem Fall ein sehr großes Vertrauen zwischen Erkrankten und Helfer voraus, um mit Erfolg gekrönt zu werden. Die Anwendungen selbst können sich über Jahre mit regelmäßigen Terminen ziehen.

 

Die Gesprächspsychotherapie

Bei der Gesprächspsychotherapie geht es um ein offenes Gespräch mit Blickkontakt zwischen Patienten und Therapeut. Der Fokus liegt dabei ganz auf der Gegenwart. Bei dieser Therapieform wird der Ansatz verfolgt, dass jeder Mensch eine positive Entwicklung eigentlich wünscht. Dieser Wunsch wird jedoch in den betroffenen Fällen von außen beeinflusst und macht so eine Therapie nötig. Bei dieser geht der Gesprächstherapeut genau auf seinen Patienten ein und lässt auch persönliche Meinungen und Gefühle mit einfließen.

Ziel der Gesprächstherapie ist es dem Patienten zu helfen in erster Instanz über seine Gefühle zu sprechen und sich selbst neu kennenzulernen. Im weiteren wird an am Aufbau der eigenen Persönlichkeit gearbeitet, welche dann beibehalten werden soll, um so beispielsweise Neurosen oder manische Störungen in den Griff zu bekommen. Die durchschnittliche Dauer dieser Form beträgt zwischen 6 und 9 Monaten.

 

Die Verhaltenspsychotherapie

Bei der Verhaltenspsychotherapie dreht sich alles um die Minimierung und Beseitigung der Symptome der psychischen Erkrankung. Dabei werden die verschiedensten Übungen verwendet. Dies reicht von kleinen Aufgaben während der Therapiestunde mit dem Therapeuten gemeinsam bis hin zu Hausaufgaben, welche der Patient selbst bewältigen muss. Diese Methode richtet ihren Fokus ganz auf die Gegenwart und wird meist bei Phobien, Angst- und Panikstörungen eingesetzt. Aber auch Depressionen und Zwangsstörungen werden damit behandelt.

Als Ziel hat diese Therapiemethodik dem Patienten das Leben zu erleichtern und die vorhandenen Probleme soweit zu lösen, dass ein weitgehend unbeinflusstes Leben möglich ist. Diese Art erfordert für den Erfolg jedoch konsequente und hohe Einsatzbereitschaft vom Patienten. Der Therapeut ist dabei nur Aufgabensteller und Motivator. Je nach Störung richtet sich dabei die Therapiedauer von wenigen Wochen bis hin zu Monaten.

Psychotherapieverfahren

Die Krisenintervention

Bei der Krisenintervention handelt es sich um akute Hilfe von einem Therapeuten. Dies kann nötig werden, wenn ein Patient in einer aktuellen Krise steht. Beispiele dafür sind aktuelle Konfliktsituationen, Unfälle, Todesfälle und der Gleichen. Bei dieser Psychotherapieform wird unterschiedlich und sehr patientenorientiert gearbeitet. Ein gängiges Vorgehen gibt es dabei nicht. Meist wird eine Mischung aus Verhaltenstherapie sowie Tiefenpsychologie verwendet.

Ziel einer Krisenintervention durch einen Therapeuten ist es, dem Patienten in seiner aktuellen Krise im Hier und Jetzt zu helfen. Dabei soll der Patient zumindest stabilisiert, im besten Fall jedoch komplett Problem frei werden. Natürlich ist auch in diesem Fall die Kooperation des Patienten das Um und Auf.

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