Schulterverspannungen mit Shiatsu begegnen

Die heutige Zeit prägt den Menschen. Es ist uns gelungen, unser alltägliches Leben komfortabler zu gestalten, dafür stehen wir vermehrt unter Leistungs- und Zeitdruck. Einseitige Tätigkeiten in Beruf und Freizeit, vermehrt sitzende Tätigkeiten, mangelnde Bewegung, Emotionen, behindernde Glaubenssätze, Stress, Schlafmangel, Wind und Kälte können die heutigen Gründe für Schulterverspannungen sein.

Shiatsu bei Schulterverspannungen

"Krankheiten entstehen aus Gewohnheiten - ändere die Gewohnheit!" (Hiron Nozaki - Shiatsumeister)

Hat sich eine Gewohnheit wie das „Schultern hochziehen“ mal gefestigt, egal woher ursprünglich kommend, breitet sich diese Haltung bald auf alle alltäglichen Tätigkeiten aus, und bleibt teilweise sogar während des Schlafs bestehen. Irgendwann kommt ein Spannungsgefühl, dann ein Schmerz, der zuerst wieder vergeht und schliesslich chronisch wird. Die Spannung drängt in die Tiefe zu Knochen und Sehnen und es entsteht ein tiefer Krampf, der die Energie blockiert.

Die (Be)deutung der verschiedenen Schulterhaltungen

An der Schulter kann oft abgelesen werden, welchen und wie viel Ballast ein Mensch trägt und wie es ihm mit diesem auferlegten Gewicht geht. Was ein Mensch bewusst und freiwillig trägt, kann er gut ertragen, auch wenn das Gewicht schwer ist. Es sind jeweils die unbewussten, nicht eingeladenen Lasten, die unerträglich werden und dann Schmerzen bereiten.

Diese Fragen können einen Hinweis geben, warum ein Mensch eine bestimmte Schulterhaltung einnimmt:

1. Was belastet mich?

2. Wo überlaste ich mich? Wo „halse“ ich mir zu viel auf?

3. Wo bin ich erstarrt in der Sicht auf mein Leben?

4. Meine ich alles immer alleine „schultern“ zu müssen?

5. Sitzt mir jemand im Nacken, dem ich meine alles recht machen zu müssen?

6. Was will ich tragen? Was muss ich und was will ich nicht mehr (er)tragen?

7. Wo muss ich stark sein?

8. Wer klopft mir auf die Schultern?

Die Körperhaltung als Sprache der Psyche

Die Körperhaltung eines Menschen wird meist stark von seiner Gefühlswelt mitgeprägt. Die Haltung, die Art der Bewegungen und die Art wie er mit anderen in Kontakt tritt, wiederspiegeln sein Innenleben. Oft nimmt ein Mensch unbewusst oder bewusst genau die Körperstellung ein, die sein Innerstes wiederspiegelt. Die Haltung verkörpert meist eine Langzeitüberlebensstrategie wie Abwehr, Angst oder Selbstschutz, die oft aus der frühkindlichen Prägungsphase stammt. In der Kindheit war diese Strategie sicherlich sinnvoll oder sogar nötig. Im Erwachsenenalter hingegen behindert diese Strategie die persönliche Weiterentwicklung, denn die alten Muster prägen dann weiterhin das aktuelle Handeln.

Was ist Shiatsu?

Shiatsu stammt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt Fingerdruckmassage. Die ganzheitliche Therapieform wirkt auf Körper, Seele und Geist ausgleichend und arbeitet unter anderem mit Leitbahnen (Meridianen), in denen unsere Lebensenergie (KI) fliesst. Mit präzisen Berührungen stimuliert Shiatsu die natürlichen Selbstheilungskräfte und gleicht den Energiefluss im Körper aus. Shiatsu hilft, sich zu regenerieren, Energie aufzutanken und das natürliche Gleichgewicht wiederzufinden. Gleichzeitig unterstützt Shiatsu die eigene Wahrnehmung zu verbessern und zur Ruhe zu kommen. Die besondere Kunst von Shiatsu besteht darin, die Berührung individuell auf den Menschen mit seinen augenblicklichen Bedürfnissen anzupassen. Shiatsu ist so einzigartig und individuell, wie der Mensch selbst.


Info: Shiatsu ist eine anerkannte Methode der Komplementärtherapie, ergänzt die Schul- und Alternativmedizin und wird von Zusatzversicherungen übernommen. 


Warum hilft Shiatsu bei Schulterverspannungen?

Durch die Berührung im Shiatsu kann sich das verspannte Körpergewebe wieder lockern, Stoffwechselprodukte werden abtransportiert und sauerstoffreiches Blut zugeführt, sodass alle Körperzonen wieder mit Energie versorgt werden. In achtsam ausgeführten Schulterdehnungen gibt der Körper nach und nach gespeicherte Erfahrungen, Emotionen und Spannungen frei. In Schulterrotationen kann der Klient seinen eigenen Bewegungsspielraum, unbewusste Einschränkungen und Widerstände wahrnehmen. Der ruhige, offene, verständnisvolle Raum während der Shiatsubehandlung ermutigt den Menschen dazu in sich zu kehren, zu beobachten und auf seine innere Stimme zu hören. So werden Themen hinter der Verspannung sichtbar und der Wandlungs- und Wachstumsprozess wird angestossen. Dem Klienten werden gezielte Dehnungsübungen, Kräftigungsübungen und Wahrnehmungsübungen gezeigt. Die Übungen werden so ausgewählt, dass diese einfach in seine Alltagssituationen integriert werden können. Die Übungen fördern ausserdem das Bewusstsein für die Haltung im Alltag und lockern sowie kräftigen die Muskeln. Regelmässig ausgeführt unterstützen Körperübungen den Heilungsprozess enorm und stärken die Eigenverantwortung.

Das achtsame Erkunden der Zusammenhänge zwischen Körper- und Gefühlswelt im Shiatsu bereichert. Es macht das Verstehen und Annehmen der persönlichen Geschichte, die im Körper ihren Ausdruck findet möglich, sodass der Mensch sich weiterentwickeln kann. Der Mensch hat dann auf einmal die Wahl zu entscheiden, auf altherkömmliche Art zu reagieren oder etwas Neues auszuprobieren. Wenn ungünstige Muster aufgelöst und durch sinnvollere ersetzt werden, weicht die (Ver)-Spannung immer mehr und Gelassenheit kann an deren Platz treten.

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