Alles was Sie über die Craniosacral Therapie wissen sollten

Ob Rückenbeschwerden, Hormonstörungen, Migräne, Schlafprobleme oder Tinnitus – die Craniosacral Therapie kommt mittlerweile bei den unterschiedlichsten Beschwerden zum Einsatz. Ähnlich wie die Akkupunktur, gilt sie als ein alternatives Heilverfahren zur klassischen Schulmedizin. Auf der Basis der Osteopathie, setzt der Therapeut unterschiedliche manuelle Techniken ein, die einen Selbstheilungsprozess im Körper aktivieren sollen.

Mit sanften Druck legt ein Therapeut seine Hände auf den Kopf einer Patientin, welche entspannt liegt.

Was Sie sich unter der Craniosacral Therapie genau vorstellen müssen, wie sie entstand, für wen die craniosacrale Therapie hilfreich ist und wie eine Therapie-Sitzung abläuft, haben wie für Sie zusammengefasst.

Wie funktioniert die Craniosacral Therapie?

Die Craniosacral Therapie ist eine alternative, medizinische Behandlungsform und stützt sich auf eine Theorie, die auf der Strömung unseres Hirnwassers beruht. Vorrangig wird sie zur Entspannung des zentralen Nervensystems angewandt und kann bei Bandscheibenvorfällen, Hyperaktivität, Migräne und vielen weiteren körperlichen Beschwerden einen positiven Einfluss haben.

Die Befürworter der Craniosacral Therapie gehen davon aus, dass unser Gesundheitszustand vom Hirnwasserstrom beeinflusst werden kann. Durch spezifische manuelle Techniken versucht der Therapeut Störungen zu beheben und einen normalen Hirnwasserfluss wiederherzustellen. Zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) werden Ungleichgewichte ins Gleichgewicht gebracht. Daher kommt auch die Bezeichnung Craniosacral Therapie.

Haben Sie zum Beispiel Probleme mit der Bandscheibe, kann Ihr Körper mithilfe der Craniosacral Therapie wieder in Fluss kommen und sich seiner Ressourcen erneut bewusstmachen. Denn die feinen manuellen Impulse, die der Therapeut bei der Behandlung setzt, sollen Selbstheilungskräfte im Körper aktivieren.

Mit viel Sorgfalt, werden nicht nur einzelnen, schmerzenden Köperteilen Beachtung geschenkt. Der Mensch wird bei der Craniosacral Therapie ganzheitlich betrachtet. Kontakte werden dabei vorwiegend im Bereich des Schädels, Nackens, Zungenbeins, Thorax, Kreuzbeins, Zwerchfells, Beckens, der Wirbelsäule und der Füße ausgeführt.

Wie entstand die Craniosacral Therapie?

Die Basis für die Craniosacral Therapie schaffte die kraniosakrale Osteopathie, welche 1874 vom Amerikaner Andrew Taylor Still begründet wurde. Der Arzt bemerkte die zentrale Bedeutung des Liquors (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) für den menschlichen Körper. Denn diese Flüssigkeit schützt und versorgt unser Gehirn, Rückenmark und Nerven.

Stills Schüler William Garner Sutherland, forschte an dieser Erkenntnis weiter und entdeckte um 1900 rhythmische Bewegungen im knöchernen Schädel, im Gehirn, in den Hirnhäuten, im Liquor, in der Wirbelsäule und im Kreuzbein.

Neben der Lungenatmung und dem gesamten Herzkreislaufsystem, waren diese Bewegungen neu für den Arzt. Er nannte sie „Primäre Respiration“ und forschte Jahrzehnte lang an ihnen weiter.

Im Verlauf seiner Studien beschrieb Sutherland eine Kraft, die diese unwillkürlichen rhythmischen Bewegungen der Primären Respiration erzeugt und aufrechterhält. Er nannte diese Kraft „Lebensatem“. Der amerikanische Forscher und ebenfalls Osteopath, verwendete Ende der 70er Jahre zum ersten Mal den Begriff „Craniosacrale Therapie“ und verfeinerte ihre Techniken.

Wem hilft die Craniosacral Therapie?

Die Craniosacral Therapie findet bei unterschiedlichen Beschwerden und Belastungen Anwendung und kann Neugeborenen bis älteren Menschen den Alltag erleichtern.

Zu den geläufigsten Krankheiten und Störungen, die bei der Craniosacral Therapie behandelt werden, zählen: Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus, chronische Leiden, Mittelohrentzündungen, Rückenschmerzen, Halswirbelsäulendistorsion (Schleudertrauma), Gelenkbeschwerden, craniomandibuläre Dysfunktionen (Kieferbeschwerden), Nasennebenhöhlenproblematiken, Hormonstörungen, Schwangerschaftsbeschwerden, Schreikinder, Schlafprobleme, Unruhe, Stress, Depression, Konzentrationsstörungen (AD(H)S) oder Burn-Out.

Sie wird sogar nach Schädeltraumata oder nach zahnchirurgischen Eingriffen (wie zum Beispiel das Einsetzen einer Spange) als Therapie angeboten.

Ausserdem kann die Craniosacral Therapie schwangere Frauen bei der Geburtsvorbereitung und nach der Geburt unterstützen.

Was passiert in einer Craniosacral Therapie Sitzung?

Am Anfang der ersten Craniosacral – Sitzung findet ein ausführliches Gespräch statt, um erste Eindrücke und Informationen auszutauschen.

In der Regel dauert eine Craniosacral Behandlung eine Stunde lang und verläuft sehr ruhig. Bei Kindern und Babys kann diese Dauer allerdings variieren, sodass die Craniosacral-Therapie kürzer ist als bei Erwachsenen.

Eine Craniosacral Therapie kann aus mehreren Einzelsitzungen bestehen, zwischen denen meist ein zeitlicher Abstand von etwa einer Woche oder mehr liegt.

Viele Therapeuten behandeln ihre Patienten in bequemer Kleidung im Liegen, Sie können aber auch stehen, sitzen oder sich während der Therapie bewegen.

Bei der Craniosacral – Sitzung müssen Sie nichts sagen, sondern dürfen sich entspannen und dem Körper das Reden überlassen. Denn durch gezielte und sehr sorgfältige Berührungen des Therapeuten, entsteht zwischen ihm und Ihrem Körper ein Dialog.

Während der Therapie unterstützen Sie respektvolle und sprachliche Begleitungen, damit Ihre Selbstwahrnehmung gestärkt werden kann. Während der Behandlung können Sie eine tiefe Entspannung erleben und nach der Craniosacral Behandlung kann sich der Patient entspannter, vitaler und energiereicher fühlen oder sehr müde, je nach Fokus während der Sitzung. Die Craniosacral Therapie erfragen Sie am besten beim Therapeuten.

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