Was ist Analytische Psychologie?

CG Jung Gründer Analytische Psychologie

Was ist analytische Psychologie?

Bei der analytischen Psychologie handelt es sich um eine Schule in der Psychologie, bei der der Fokus, ähnlich wie bei der Psychoanalyse Sigmund Freuds, auf die unbewusste Wahrnehmung liegt. Die Annahme ist, dass diese unbewussten Teile der Wahrnehmung einen weitaus größeren Einfluss auf unsere Psyche haben als die Eindrücke, die wir bewusst wahrnehmen. Die analytische Psychologie wurde im Jahr 1913 von Carl Gustav Jung, einem Schüler Sigmund Freuds, auf Grundlagen dessen Psychoanalyse begründet.

Die analytische Psychologie ist nicht zu verwechseln mit der analytischen Psychotherapie, einem psychologischem Therapieverfahren.

Die analytische Psychologie wird international von der sogenannten International Association for Analytical Psychologie (IAAP) in Zürich, und in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Analytische Psychologie e. V. (DGAP) in Stuttgart vertreten.

 

Anwendung

Bei der analytischen Psychologie wird unter anderem die Traumanalyse angewandt. Da beim betrachten der Traumwelt des Patienten die im Alltag verdrängten Probleme zum Vorschein kommen, können diese durch Symbole in Träumen wahrgenommen und analysiert werden. Neue Erkenntnisse können somit von Analytiker und Patienten behandelt werden.

Im Gegensatz zur Psychoanalyse wird der Patient bei der analytischen Psychologie aktiver in den analytischen Prozess eingebunden, sodass eine Beziehung zwischen Analytiker und Patienten ermöglicht wird.

 

Carl Gustav Jung

Die in C. G. Jungs Persönlichkeitstheorie beschriebenen Strukturen der Seele spielen in der analytischen Psychologie eine große Rolle. Als Zentrum des Bewusstseins gilt demnach das "Ich", welches mit den oft unbewussten Komplexen interagiert. Diese Komplexe können, wie zum Beispiel bei dem Minderwertigkeitskomplex, einen selbst betreffen, oder aber mit prägenden Personen im eigenen Umfeld zusammenhängen, wie beispielsweise der eigenen Mutter. Da ein bestimmter Archetyp im Unbewussten ruht, hat der Mensch gewissen Erwartungen an seine Umwelt. Man hat somit aufgrund eigener und vererbter Erfahrungen eine Vorstellung von anderen gegenüber einem selbst. Dies bezeichnet Jung als "Patterns of Behaviour".

Ein Archetyp kann dabei beispielsweise das Verhalten gegenüber einem potentiellen Sexualpartner sein. Anhand eigener und vererbter Informationen darüber, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen ein Mensch an dem anderen Geschlecht mag, wird ein dynamisches Bild eines optimalen Partners entwickelt, welches sexuelle Erregung erzeugt. Dieser Archetyp gerät, wie zu erwarten, vor allem ab der Pubertät in den Vordergrund.

Die Archetypen bilden somit in der analytischen Psychologie eine Grundlage für unsere Verhaltensweisen im Zusammentreffen mit anderen Menschen. Da durch Symbole in Träumen oft sonst verdrängte Verhaltensweisen in den Hintergrund geraten, eignen sich diese in der Praxis besonders gut als Anhaltspunkt für die analytische Psychologie.

 

Kritik an dem Modell

Obwohl sich die analytische Psychologie und die Psychoanalyse sehr ähneln, zählen Sigmund Freud und die Schule der Psychoanalyse zu Kritikern dieser Schule. Bemängelt wird dabei vor allem, dass die Auffassung in der analytischen Psychologie nicht spezifisch genug sei. Anhänger der Psychoanalyse sehen das Unbewusste vor allem durch persönlichen Erlebnisse in der Vergangenheit definiert, und bezweifeln, dass die analytische Psychologie gewisse Bahnungen von Vorstellung im Bezug auf die zugrunde liegende Lehre der Archetypen aufzeigt.

Auch die akademische Psychologie kritisiert die analytische Psychologie. Grund hierfür seien unwissenschaftliche Ansätze, aus denen die Schule der analytischen Psychologie hervorgehe.

 

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