Eine Kamera mit konzentriertem Fokus

Der Wille ist da, der Zeitdruck ebenfalls, der Blick angestrengt, die Finger liegen startbereit auf der Tastatur- und die Gedanken sind überall, nur nicht da, wo sie sein sollten.

Wer kennt sie nicht, diese Phasen des Leerlaufs, während welchen scheinbar keine Macht der Welt die eigenen Gedanken zu bündeln vermag und selbst simple Aufgaben unverhältnismässig viel Zeit in Anspruch nehmen. Es ist absolut normal, dass es Phasen gibt, in welchen man fokussierter ist und solche, in welchen es schwerer fällt, sich zu konzentrieren, doch sollte dies noch kein Grund zur Kapitulation sein. Denn es gibt eine Vielzahl simpler Methoden, deren Anwendung die eigene Konzentrationsfähigkeit zu steigern vermögen.

1. Optimieren Sie Ihre Umgebung

Konzentration kann nach Innen oder nach Aussen gerichtet sein. Schnell ist auch die Ablenkung da. Störfaktoren können sich in Form von Arbeitskollegen, Geräuschen, einer zugestellten Arbeitsfläche oder einem omnipräsenten Mobiltelefon manifestieren. Trotz des vielzitierten, stimulierenden Effektes des ‚kreativen Chaos’ sind es grundsätzlich eher Ruhe, Ordnung und Struktur, die sich konzentrationsfördernd auf den menschlichen Geist auswirken.

Versuchen Sie, Ihren Arbeitsort objektiv und systematisch zu betrachten und dabei diejenigen Elemente zu identifizieren, die Sie von Ihren Aufgaben ablenken. Wägen Sie ab: welche externen Faktoren lassen sich beseitigen oder minimieren, bei welchen müssen Sie bei sich selbst ansetzen?

Auch häufige Unterbrüche wirken sich negativ auf die Konzentration aus. Stellen Sie jeweils vor dem Herantreten an eine neue Aufgabe sicher, dass alles, was Sie im Verlauf der nächsten Stunde benötigen in greifbarer Nähe liegt und aktuelle physische Bedürfnisse befriedigt sind.

2. Von Lerchen und Eulen: Morgen- und Abendmenschen im Vergleich

Die geistige Produktivität schwankt natürlicherweise im Laufe eines Tages und hat damit einen erheblichen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit jedes Einzelnen. Ein essentieller Punkt besteht somit darin, die eigene Leistungskurve zu erkennen und diesem Wissen entsprechend den Tag einzuteilen.

Grob lässt sich eine Unterteilung in Morgen- und Abendmenschen vornehmen.

Erstere bilden die Mehrheit und folgen damit mehr oder weniger einem regulären Arbeitstag, wobei die Leistungskurve nach dem Aufstehen steil ansteigt, vormittags einen ersten Höhepunkt erreicht, um nach dem Mittagessen abzufallen und nachmittags noch einmal anzusteigen. Abendmenschen hingegen laufen erst nachmittags oder abends zu Hochformen auf und tun sich morgens schwerer mit ihrer Konzentration.

Auch wenn es, insbesondere für Abendmenschen, nicht immer möglich ist, den Tagesablauf der inneren Uhr anzupassen, lohnen sich entsprechende Bestrebungen definitiv. Komplexe, fordernde Aufgaben oder wichtige Gespräche sollten zu Zeiten des persönlichen Leistungshochs erledigt werden, Routinearbeiten hingegen lassen sich auch während Leistungstiefs meistern. Damit lassen sich Phasen natürlich erhöhter Konzentration effizient nutzen, statt gegen Konzentrationstiefs anzukämpfen. Zudem wird die persönliche Motivation leichter aufrechterhalten und Frustration angesichts von Leerläufen vermieden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, zu welchem Typus Sie gehören, hilft simple Selbstbeobachtung. Notieren Sie sich stündlich die eigene Verfassung und Konzentrationsfähigkeit und vergleichen Sie am Ende einer Woche die jeweiligen Verläufe. Falls sich keine Muster erkennen lassen, gehören Sie vielleicht zu diesem kleinen Prozentsatz von Personen, die sich weder als Lerche noch als Eule typologisieren können. Gut für Sie, denn diese Menschen können sich leichter in Zeitabläufe einfügen und reagieren auch auf grössere Störungen, wie beispielsweise Jetlag, kaum.

3. Tanken Sie Zwischendurch Energie

Ebenso essentiell wie die Zeiten, in welchen Sie arbeiten sind Zeiten, in welchen Sie nicht arbeiten. Regelmässige, bewusste Pausen beugen Zuständen der Übermüdung und Überanstrengung vor und sorgen häufig auch für neue Impulse. Dies sollte sich allerdings nicht nur auf die geistige Anspannung beschränken, sondern auch den Körper miteinbeziehen.

Stehen Sie kurz auf und gehen Sie ein paar Schritte, lockern Sie mit kreisenden Bewegungen der Schultern und des Kopfes die Nacken- und Rückenmuskulatur, lassen Sie den Blick in die Ferne schweifen. Gut einbauen lassen sich auch leichte Atem- oder Meditationsübungen. Auch ein kurzer Tapetenwechsel, beispielsweise ein Mittagsspaziergang, kann Abhilfe schaffen und neue Energie freisetzen.

4. Abwechslung hält wach

In gewisser Hinsicht lässt sich unser Fokus mit dem Verhalten von Kindern vergleichen: Spannendes und Neues erhält die volle Aufmerksamkeit, während auf Monotonie mit Desinteresse reagiert wird.

Sorgen Sie für Abwechslung. Wechseln Sie bewusst zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten und Aufgaben ab, um Ihrem Geist jeweils einen neuen Anreiz zu bieten.

 

5. Einfach Anfangen ist im Zweifelsfall die Beste Lösung

Aller Anfang ist schwer. Dies gilt nicht nur für das Erlernen zusätzlicher Kompetenzen, sondern auch für das Herantreten an neue Aufgabenbereiche. Ignorieren Sie die leere Seite, die nackte Tabelle, das Ausmass des Aktenstapels und fangen Sie einfach an.

Wer zu lange über die Dauer oder Problematik der anstehenden Arbeit nachdenkt, blockiert sich nur selber und verzögert die Phase, in welcher man in den Arbeitsfluss gerät und alles wie von selber läuft. In diesem Sinne: springen Sie in den Fluss und schwimmen Sie.

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